Persönliche Fragen zu m(einem) Distanzeinstieg

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Heute hat mich die Nachricht einer Leserin erreicht, die einige persönliche Fragen zu Vilma, mir und dem Einstieg ins Distanzreiten gestellt hat. Das Tolle an solchen Nachrichten ist, dass ich dann immer ganz genau weiß, was euch da draußen wirklich interessiert! Deshalb habe ich alle Fragen mal übersichtlich in einem Blogartikel für euch alle zusammen gestellt. Das Ergebnis: ein Interview mit mir selber.

War da zuerst das Pferd oder zuerst der Distanzsport? Wie bist du überhaupt dazu gekommen?
Bei mir war zuerst das Pferd da: Ich habe immer gemerkt, dass Vilma wahnsinnig gerne im Gelände unterwegs ist, auch wenn sie da anfangs sehr schwierig war. Denn auch wenn es mittlerweile so aussieht, als hätte sie niemals etwas anderes getan, bin ich früher mit Strick und Führkette spazieren gegangen, weil Madame immer weglaufen wollte.
Ich habe wohl eher unbewusst nach einem Sport gesucht, der uns beide noch mehr erfüllt! Distanzreiten habe ich dann aus der Überlegung heraus gefunden, ob es wohl so einen Sport gibt – in Google eingegeben und tada! Ich bin dann erst mal der Facebookgruppe beigetreten und ein habe ein Einsteigerseminar für Distanzreiten gebucht, sowie als Trosser einer Distanzreiterin aus der Nähe geholfen, um mir mal anzuschauen wie das so abläuft.

Wieso hast du einen Araber gewählt? Dank des Temperaments und ihrer Intelligenz wird ihnen oft nachgesagt, dass sie nur für sehr erfahrene Hände geeignet sind. Stimmt das?
Um genau zu sein: Vilma ist gar kein Araber, über ihre Herkunft weiß ich wenig, außer, dass sie von einem Shagya-Araber Gestüt kommt. Shagya-Araber stehen mehr im Reitpferdetyp und zählen als leistungsbereit und vielseitig. Man sagt ihnen auch wesentlich mehr Nervenstärke als den reinrassigen Arabern nach, wobei ich persönlich glaube, dass da sehr viel vom Individuum abhängt. Ich habe aber mittlerweile natürlich viele Araber kennen lernen dürfen und habe vor allem in der Distanzreitszene nervenstarke Pferde kennen lernen dürfen (wesentlich entspannter als die meisten Warmblüter, die ich kenne). Da sie sehr sanftmütig sind, finde ich persönlich nicht, dass es besonders schwierige bzw. anspruchsvolle Pferde sind. Aber wie gesagt: Das hängt vom Individuum ab, überall gibt es solche und solche…

Und wie ich zu einem Araber bzw. Shagya-Araber gekommen bin: Das war eher zufällig, ich habe auf einem Welsh-Pony reiten gelernt, das aussah wie ein geschrumpfter Araber und auch vom Wesen sehr typähnlich war. Da habe ich mich in die schlanken, schnellen Pferde verliebt! Vilma habe ich dann nicht bewusst ausgewählt, sondern sie stand in einem Stall in der Nähe und ich dachte mir „das ist ja so nah, da kann ich mal hinfahren und sie anschauen“ – veni, vidi, vici!

Ist Vilma dein erstes Pferd?
JA, Vilma ist mein erstes Pferd. Ich habe sie bekommen als ich 15 war und meine Eltern haben selber nichts mit Pferden am Hut, somit lag die volle Verantwortung bei mir. Junges Mädchen, junges Pferd – und wir sind zusammen gewachsen! Das unterstreicht nochmal, dass der Araber kein gefährliches Nervenbündel ist 😉

Kann man in Distanzreiten auch ohne eigenes Pferd schnuppern bzw. „braucht“ es dafür einen Araber?
Nein überhaupt nicht! Das Motto beim Distanzreiten ist „Alle Reiter, alle Pferde“, auch wenn auf den ganz großen Distanzritten überwiegend Araber unterwegs sind, laufen etliche andere Rassen erfolgreich im Distanzsport. Trakehner, Haflinger, Kaltblüter, Achal-Tekkiner usw. Wenn du ein Pferd kaufen möchtest, solltest du ein Pferd aussuchen, das du dir passt. Wenn dir temperamentvolle Pferde nicht so liegen, solltest du ein ruhigeres auswählen – es braucht keinen Araber zum Distanzreiten.
Ohne eigenes Pferd ist es tatsächlich recht schwierig, eine Möglichkeit um reinzuschnuppern sind die oben genannten Anfängerseminare und beim Trossen helfen. Wer selber starten möchte, kann sich eine Reitbeteiligung in der Nähe suchen, die auf Distanzritten startet. Das gibt es aber leider nicht überall!

Den Teil in Originalton: Dann ist noch der Punkt mit dem Training. Ich selbst schaffe es besonders im Winter selten im Hellen zum Stall und frage mich (kleiner Angsthase, der ich bin 😅) wie du das machst bzw ob es auch ‚dunkle Phasen‘ gibt ohne Licht und wie du da dann trainierst? Ich meine, man kann ja nicht den ganzen Winter nur in der Halle oder auf dem Platz verbringen, weil es da Licht gibt, nicht wahr? Bestimmt auch besonders nicht, wenn das Pferd auf Distanz trainiert werden soll oder?
Distanzreiten trainiert man vor allem in der hellen Saison des Jahres. Über den Winter haben die meisten Distanzpferde etwas Pause, um Mikroverletzungen auszuheilen und Kräfte für die Saison zu sammeln. Somit arbeite ich im Winter meist nur 3-4 Mal pro Woche – 2 Mal Dressur, einmal Longe und einmal einen ausgedehnten Ausritt in moderatem Tempo ganz ohne Tracker. Die restliche Zeit darf Vilma auf die Koppel, wir gehen mal spazieren oder ich lasse sie in der Halle laufen. Aktuell habe ich Gott sei Dank noch was Glück, auch vormittags kommen zu können. Es ist also kein Problem im Winter in dieser Hinsicht langsam zu machen, manche geben ihrem Pferd auch komplette Weidepause!

 

 

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