Auslandssemester: Was passiert mit Vilma?

14894561_10202216189443942_614900059_oMein Bewerbungsschreiben für die Royal Holloway University of London beginnt mit den Worten „Taking opportunities in life is essential for developing oneself.“ Und das habe ich nicht nur als Floskel geschrieben, das meine ich auch so. Ich glaube fest daran, dass neue Herausforderungen einen wachsen lassen und daran, dass man die Möglichkeiten, die sich einem bieten, nutzen sollte.

Anfangs wollte ich gar kein Auslandssemester machen, Vilma für so eine lange Zeit alleine zu lassen, schien mir unmöglich und unfair ihr gegenüber. Eins meiner Lieblingszitate stammt aus einem Buch von Martin Suter über einen Manager, der in den Urlaub fährt und seine Arbeit nicht ruhen lassen möchte: „Es wird schlimm kommen: er wird in den Urlaub fahren und die Firma wird untergehen. Oder noch schlimmer: Er wird in den Urlaub fahren und die Firma wird NICHT untergehen!“

So ähnlich ist es glaube ich mit dem eigenen Pferd. Durch viele Urlaube und kürzere Auslandsaufenthalte habe ich gelernt, dass man auch anderen Reitern vertrauen kann – und muss! Vilma wird von ihren Stärken profitieren & wenn ich wieder da bin, kann ich weiter an meinen Trainingsschwerpunkten arbeiten.

Kommt Vilma mit nach London?
Ich hatte es mir tatsächlich überlegt, da man ja nach Großbritannien recht gut mit dem Hänger fahren kann. Jedoch haben dann einige Gründe dagegen gesprochen: Ställe in und um London sind verdammt teuer, im Auslandssemester gibt es genügend Dinge auf die man sich konzentrieren muss, ich hätte Vilma in GB versichern müssen und meine geliebte Laufstallbox hier am Bodensee hätte ich aufgeben müssen, da doppelt zahlen keine Option gewesen wäre.

Wer kümmert sich um Vilma während meiner Abwesenheit?
Ich habe aktuell 2,5 Reitbeteiligungen – zwei die fest bei mir sind, aber da sich eine leider verletzt hat, hilft Vivi ersatzweise aus bis sie wieder gesund ist. Im April kommt dann auch Jana aus ihrem Auslandssemester wieder. Vielleicht erinnert ihr euch, Jana hat mich auf meine Ritte als Trosserin begleitet und war bereits dieses Jahr stark ins Distanztraining involviert.

Und das Ganze außenrum, Schmied, Tierarzt, Misten…?
Ich habe das Glück in meinem Stall kompetente Verpflegung zu haben von Leuten, die noch wesentlich mehr Pferdeerfahrung haben als ich selber. Im Stall wird sich also um alles gekümmert! Anders wäre es tatsächlich nicht möglich, ich glaube, dass die Grundverpflegung noch viel wichtiger ist, als dass sie geritten wird.

Wird Vilma bewegt oder bekommt sie Weidefreizeit?
Vilma kommt in immer jeden Tag auf die Koppel und steht ja sowieso in einem kleinen Laufstall. Trotzdem wird sie auf alle Fälle geritten werden, denn Vilma ist ein Arbeitstier, dem es Spaß macht gefördert zu werden. Sonst wäre ihr glaube ich tierisch langweilig! Dazu kommt, dass wir zwar schöne Koppeln haben, aber nicht in dem Umfang, dass es als reine Winterweide genügen würde.

Wie oft wird Vilma gearbeitet werden?
Aktuell gehe ich davon aus, dass sie ca. 4-5 Mal die Woche gearbeitet wird, allerdings mit niedrigerem Pensum. Winterpause hatte sie nach ihrer Verletzung im August ja quasi schon verfrüht und stand bereits vier Wochen. Je nach Wetter stelle ich mir vor, dass sie immer einmal longiert wird, einmal ausgeritten wird und einmal Dressur geritten wird. Die anderen 1-2 Male werden ans Wetter angepasst. Bei den Ausritten stehen wieder „normale“ Ausritte auf dem Programm, die nicht auf Distanzen getrimmt sind. Lange Schrittausritte sind bei matschigen Böden im Winter sowieso eine tolle Alternative, vor allem weil wir viele kleine Berge haben, die die Hinterhand optimal trainieren.

Was wird dann aus der Distanzsaison 2017?
Schweren Herzens werde ich wohl den Anfang der Saison verpassen und erst ab Juni dabei sein. Je nachdem, wie viel Vorarbeit Jana leisten konnte, werde ich also etwas verspätet in die Saison starten und diese dafür dann hoffentlich bis Oktober voll mitnehmen und nicht wie dieses Jahr bereits Ende August beenden. Da Großbritannien Trimester statt Semester hat, habe ich im März/April vier Wochen frei. Je nachdem, wie es die Uni zulässt, werde ich in dieser Zeit nach Hause kommen und Vilma vier Wochen lang schon mal etwas vortrainieren.

Ich bin der Meinung, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, da so ein Auslandssemester heutzutage nicht nur ein Bonus ist, sondern oftmals auch vorausgesetzt wird. Und schließlich möchte ich irgendwann auch einen so gut bezahlten Job haben, dass ich Vilma selber finanzieren kann!

 

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